Schwabendorf
Dorfmuseum Daniel-Martin-Haus Schwabendorf, Winterseite

35282 Rauschenberg

Ansicht2011

Ehemalige Hugenotten- und Waldenserkolonie

Schwabendorf wurde 1687 gegründet, als 116 französische Glaubensflüchtlinge der Stadt Rauschenberg zugewiesen wurden und den Siedelplatz "Auf der Schwabe" erhielten. Die Anlage des neuen Dorfes erfolgte planmäßig entlang der "Sommer-" und "Winterseite". Jeder Kolonist erhielt ein "Portionsland". Die Regierung von Landgraf Carl hatte 1.000 Eichenstämme für den Bau der Häuser gestellt, welche die ersten provisorischen Hütten aus Stangen und Stroh ersetzten. Nach schweren, entbehrungsreichen Anfangsjahren entwickelte sich die Landwirtschaft sowie eine Strumpf-, Tuch- und Hutmacherei, zu der die Kolonisten die Kenntnis aus ihrer Heimat mitbrachten. Um 1750 war das Dorf mit seinen Manufakturen Zentrum oberhessischer Strumpfmacherei.
Von Schwabendorf aus sind in den Gründerjahren die Wüstungen Hertinghausen und Wolfskaute wiederbesiedelt worden. 1725 wurden den Kolonisten die im Burgwald gelegenen "Brücher Wiesen" zur Nutzung überlassen. Später wurden sie Erbeigentum der Schwabendorfer Bauern und als Franzosenwiesen bekannt. Die französische Sprache wurde über 150 Jahre im Dorf gesprochen. Heute erinnern noch viele Familien- und Dorfnamen an den Ursprung von Schwabendorf

Das Museum

Das Museum berücksichtigt vor allem die dörfliche Geschichte. Besondere Schwerpunkte sind:

Arbeitsverhältnisse und —vorgänge in Land- und Hauswirtschaft, Handwerk und Gewerbe mit bäuerlichen Geräten und Werkzeugen, Flachs- und Wollverarbeitung, Strumpfwirkerei mit Strumpfwirkstuhl, Leinenweberei, Seidengewinnung, Dorfschmied, Schreiner, Schuster, Korb-, Besen- und Rechenmacher, Waldarbeit.

Bäuerliches Leben und Wohnen. Bauernküche und "gute Stube" mit heimischem Mobiliar, Geschirr, Keramik, Wäsche-, Kleidungs- und Schmuckstücken, bäuerliche Stickereien, evangelische Marburger und waldensische Tracht.

Schriftliche und bildliche Geschichtsdokumentation unter Einbeziehung von Reformations-, Hugenotten- und Waldensergeschichte, Gründung von Schwabendorf mit Straßerhof und Wolfskaute. Dörfliche Entwicklung baulich, wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich. Schul- und Kirchengeschichte. Familiengeschichte mit den Genealogien der französischen Familien, Familienbiografien. Auswanderung nach Amerika und Australien. Verbindung und Reisen in die alte Heimat der Vorfahren. Dörfliches Vereinsleben. Jubiläumsveranstaltungen.

10-Franzosenwiesen luftSoWi Strumpfwirkstuhl2010 Wirkstuhl-nah

Trägerschaft

Arbeitskreis für Geschichte der Hugenotten und Waldenser Schwabendorf e.V.

Kontakt

Bernhard Böttge
Tel.: 0172 9355510

Hans-Jürgen Vincon
Tel.: 06421 3046450 

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Öffnungszeiten

März — November, jeweils 3. Sonntag im Monat (14 — 17 Uhr) und nach besonderer Vereinbarung

Eintritt

Frei

Führungen

Führungen und Seminare mit Einführung in die Dorfgeschichte für Gruppen nach Vereinbarung (Versammlungsraum für 25 Personen)

Informationsmaterial

Museumsführer, Schriftenreihe zur Dorfgeschichte, Dorfchronik, Bildchronik, Dorfgeschichte in Daten (dt./engl./franz.), Familienbücher zur Genealogie, Videokassette, Quartalsblätter für Mitglieder, Internet-Homepage

Verkehrsverbindung

Von Marburg über B 3 (a) und B 62, Abzweigung Richtung Rauschenberg